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Jan Christ Hus

Vorgeschichtspfad

Hünengräber

Fast genau im geographischen Mittelpunkt des Landkreises Cuxhaven wurde im Frühjahr 1973 gemeinsam vom Landkreis Wesermünde und dem Forstamt Bederkesa zwischen Flögeln und Fickmühlen im Wald der erste „Vorgeschichtspfad“ eingerichtet. Ausgangspunkt des knapp 2 km langen Rundweges, der an 30 vorgeschichtlichen und mittelalterlichen Bodendenkmalen vorbeiführt, ist der Parkplatz an der Straße zwischen Fickmühlen und Flögeln.

Das Großsteingrab liegt unter einem 4 m hohen Hügel, der einen Durchmesser von 29 m aufweist. Diese Anlage war bis 1882 unbekannt, als ein Leher Altertumssammler beim Eingraben eines senkrechten Schachtes in den Grabhügel auf die Kammer stieß.

Die Grabkammer misst innen 5,80 m Länge und besitzt eine Breite von rund 2 m. Sie ist aus zehn Trag- und fünf Decksteinen errichtet, den Zugang bildet ein kurzer Gang aus zwei Trägern und zwei Decksteinen.

Dies ist eine der typischen Formen solcher Grabkammern im Elbe-Weser-Dreieck.

Blick in das Innere der Grabkammer des Großsteingrabes.

Beim „Umgraben“ des Inneren fand er ein Beil, eine Speerspitze aus Feuerstein, wahrscheinlich eine Axt, und vor allem Keramikscherben, die aufgrund ihrer Verzierung und ihrer Form den Erbauern der Kammer zuzuordnen sind, die aufgrund der typischen Gefäßformen „Leute der Trichterbecherkultur“ genannt werden. Somit datiert das Grab in das 3. Jahrtausend v. Chr.

Archäologische Ausgrabung um die Jahrhundertwende

Dieses Großsteingrab war lange bekannt und diente wahrscheinlich um 1860 als „Steinbruch“, als nachgewiesenermaßen auch mindestens ein anderes Großsteingrab in der Umgebung zerstört wurde. Trotzdem zeigt dieses Grab deutlich die Bauweise eines Ganggrabes des 3. Jahrtausends v. Chr. Die Kammer besitzt innen eine Länge von 8,60 m und ist bis zu 1.70 m breit. Sie wurde erbaut aus vierzehn Tragsteinen und 6 Decksteinen, von denen noch vier erhalten, zwei weitere gesprengt sind. Der 2 m lange und 0,7 m breite Gang besteht aus vier Trägern und zwei Decksteinen.

 

Ebenso wie das Großsteingrab unter dem Hügel wurde auch diese Anlage 1882 und 1898 ausgegraben. Auch hier kam eine Fülle von Funden zutage, die die Gleichzeitigkeit beider Gräber nahe legen.

Es fanden sich in einer Steinpackung mit Steinplatte über tausend Keramikscherben, rund siebenhundert Feuersteingeräte und -abschläge sowie dreißig querschneidige Pfeilspitzen und eine halbe mit Rillen verzierte Axt.

Steinkistengrab

Wer den Vorgeschichtspfad erwandert hat und ausreichend beweglich ist, sollte nicht versäumen, das Steinkistengrab bei Flögeln zu besuchen. Noch um 1900 lag es in einer Heidelandschaft unter einem mächtigen Grabhügel verborgen und bildete den Mittelpunkt eines großen Gräberfeldes, das zu weiten Teilen heute zerstört ist.

Als in den Nachkriegsjahren der Zerstörungsprozess dieses Monument einbezog, wurde 1956 mit der Ausgrabung des Hügels begonnen. Im Zuge der Untersuchungen fand sich eine Brandbestattung der jüngeren Bronzezeit im Hügelmantel. Der Bestattete war etwa 1,80 m groß, lag auf der linken Seite mit dem Kopf am Südostende des Grabes mit angehockten Beinen.

Zwar war die Bestattung selbst ohne Beigaben ausgestattet, doch fanden sich im Hügelaufbau aus einer

die Steinkiste bedeckenden Rollsteinpackung und darüber aufgeworfenem Sand einige Scherben der ausgehenden Jungsteinzeit des frühen 2. Jahrtausends v. Chr. Vergleichbare Gräber kennt man in größerer Zahl in Schleswig-Holstein und Dänemark, im Landkreis Cuxhaven hingegen ist diese Anlage einzigartig.

Matthias D. Schön